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Podiumsgespräch am 2. September 2026: „Wohin geht die Reise?“

Zur Zukunft nachhaltiger Mobilität: Im Gespräch mit Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr (BMV) Dr. Claudia Elif Stutz

Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Staatssekretärin Dr. Claudia Stutz stand die Frage, wie Verkehrspolitik den Wandel hin zu nachhaltigen, lebenswerten Städten gestalten kann. Dabei wurde deutlich: Nachhaltige Mobilität muss mehr leisten als Klimaschutz. Sie muss zugleich bezahlbar, verlässlich und wirtschaftlich tragfähig sein – und sich an der Lebensrealität der Menschen orientieren.

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Von links nach rechts: Karl-Friedrich Lorenzen (Moderation, iit), Staatssekretärin Dr. Claudia Stutz (Bundesministerium für Verkehr) und Dr. Katja Karrer-Gauß (Moderation, iit)

Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Staatssekretärin Dr. Claudia Stutz stand die Frage, wie Verkehrspolitik den Wandel hin zu nachhaltigen, lebenswerten Städten gestalten kann. Dabei wurde deutlich: Nachhaltige Mobilität muss mehr leisten als Klimaschutz. Sie muss zugleich bezahlbar, verlässlich und wirtschaftlich tragfähig sein – und sich an der Lebensrealität der Menschen orientieren.

Der Mobilitätssektor bietet einen wichtigen Hebel, um eine nachhaltige Zukunft zu gestalten. Die zentrale Herausforderung ist die Verknüpfung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Ziele. Themen wie Elektromobilität, die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) oder die Integration neuer Mobilitätsformen sind in diesem Kontext längst Teil der öffentlichen Debatte geworden und Bausteine der Mobilität von morgen.

Doch wie gelingt der Wandel hin zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilität? Dieser Frage widmete sich die vierte Veranstaltung der Reihe „Wohin geht die Reise?“ am 2. September 2026 im Erlebnisraum „Digitale Souveränität in der Mobilität“ des Deutschen Technikmuseums in Berlin. Rund 60 Gäste diskutierten, welche Technologien für die Mobilität von morgen von Bedeutung sind und wie sich diese im Kontext der Nachhaltigkeit einsetzen lassen.
Nach einer kurzen Einführung in den Erlebnisraum stand das Gespräch mit Dr. Claudia Stutz im Mittelpunkt des Abends. Moderiert wurde die Diskussion von Karl-Friedrich Lorenzen und Dr. Katja Karrer-Gauß vom Institut für Innovation und Technik (iit).

Kein Entweder-Oder

Im Gespräch wurde deutlich, dass nachhaltige Mobilität weit mehr leisten muss als allein den Klimaschutz voranzutreiben: Aus Sicht von Stutz muss Mobilität gleichzeitig bezahlbar, verlässlich und wirtschaftlich tragfähig sein. Und sie muss sich zugleich an der Lebensrealität der Menschen orientieren. Nur wenn all diese Aspekte Hand in Hand gehen, kann ein Verkehrssystem entstehen, das sowohl ökologisch sinnvoll als auch für die Bevölkerung attraktiv ist.

Ein zentraler Gedanke, der im Verlauf der Veranstaltung von Staatssekretärin Stutz immer wieder hervorgehoben wurde, lautet: Es geht nicht um ein Entweder-Oder zwischen Umweltverbund und Auto. In urbanen Räumen können ein gut ausgebauter ÖPNV, ein sich stetig verbesserndes Radverkehrsnetz und innovative Sharing-Angebote – etwa Car- oder Bike-Sharing sowie E-Scooter-Flotten – gemeinsam dafür sorgen, dass das eigene Auto im Alltag überhaupt nicht mehr nötig ist. Durch attraktive Taktungen, barrierefreie Haltestellen und ein nahtloses Tarifsystem könne die Schwelle zum Umstieg gesenkt werden, so Stutz.

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Eindruck aus dem Erlebnisraum „Digitale Souveränität in der Mobilität“

Urbane Räume vs. ländliche Regionen: Eine Frage der Perspektive

Im ländlichen Raum hingegen gestaltet sich die Situation grundlegend anders: Dort sei das Auto für viele Menschen nach wie vor unverzichtbar, weil die Distanzen zu Arbeitsplätzen, Schulen, Gesundheits- und Versorgungseinrichtungen häufig zu groß seien, um sie ausschließlich mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad zu bewältigen. Staatssekretärin Stutz forderte deshalb, funktionierende Mobilitätsketten zu schaffen, die unterschiedliche Verkehrsmittel geschickt miteinander verknüpfen. Solche integrierten Angebote ermöglichten es, den Bewohnerinnen und Bewohnern, das Auto nur dann zu nutzen, wenn es wirklich nötig sei.

Auch für Menschen mit Behinderungen stelle das Auto nach wie vor eine zentrale Voraussetzung für selbstbestimmte Mobilität dar, so Stutz. Deshalb müsse das Ziel nicht darin bestehen, das Auto gänzlich zu verdrängen, sondern das Mobilitätsangebot an die Lebensrealität der Menschen anzupassen.

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Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr (BMV) Dr. Claudia Elif Stutz sieht sich das Exponat von CollisionZero an.

Elektromobilität im Aufschwung

Auch beim Automobil selbst ist der Wandel bereits in vollem Gange. Stutz wies darauf hin, dass die Branche sich eindeutig in Richtung Elektrifizierung bewege. Ein Trend, der insbesondere in den skandinavischen Ländern weit fortgeschritten ist. In Deutschland sei dieser positive Trend ebenfalls spürbar: Zuletzt waren bereits 30 Prozent der Neuzulassungen elektrisch.

Stutz hob in diesem Zusammenhang die Ladeinfrastruktur als einen entscheidenden Baustein für diese Transformation hervor. Deutschland habe in den vergangenen Jahren bemerkenswerte Fortschritte erzielt: Heute verfügten 99 Prozent der Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern über mindestens einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt. Diese Zahl verdeutliche, dass die Grundvoraussetzung für die flächendeckende Nutzung von Elektrofahrzeugen – also die Möglichkeit, das Fahrzeug bequem und sicher in der Nähe aufladen zu können – in den meisten deutschen Mittel- und Großstädten bereits gegeben sei.

Elektromobilität im Aufschwung

Auch beim Automobil selbst ist der Wandel bereits in vollem Gange. Stutz wies darauf hin, dass die Branche sich eindeutig in Richtung Elektrifizierung bewege. Ein Trend, der insbesondere in den skandinavischen Ländern weit fortgeschritten ist. In Deutschland sei dieser positive Trend ebenfalls spürbar: Zuletzt waren bereits 30 Prozent der Neuzulassungen elektrisch.

Stutz hob in diesem Zusammenhang die Ladeinfrastruktur als einen entscheidenden Baustein für diese Transformation hervor. Deutschland habe in den vergangenen Jahren bemerkenswerte Fortschritte erzielt: Heute verfügten 99 Prozent der Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern über mindestens einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt. Diese Zahl verdeutliche, dass die Grundvoraussetzung für die flächendeckende Nutzung von Elektrofahrzeugen – also die Möglichkeit, das Fahrzeug bequem und sicher in der Nähe aufladen zu können – in den meisten deutschen Mittel- und Großstädten bereits gegeben sei.

Digitalisierung und Innovation: ein Ausblick in die Mobilität der Zukunft

Einen besonders spannenden Schwerpunkt des intensiven Austauschs mit Staatssekretärin Stutz bildeten die Themen Digitalisierung und Innovation. Hier stellte sie mehrere konkrete Zukunftsperspektiven vor, die das Potenzial haben, die Mobilitätslandschaft grundlegend zu verändern.

  • Die Rede war von kleinen, elektrisch betriebenen Shuttlebussen, die ohne Fahrerinnen und Fahrer in definierten Stadt- oder Quartiersbereichen verkehren. Solche Fahrzeuge können über hochpräzise GPS- und Lidar-Systeme ihre Umgebung in Echtzeit erfassen und somit sicher und effizient durch den Verkehr navigieren.
  • Ein weiterer zukunftsweisender Baustein ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zur intelligenten Steuerung des Verkehrsflusses. Stutz verwies insbesondere auf die KI-gestützte Einsatzplanung von Rettungsdiensten. Hier kommt maschinelles Lernen zum Tragen, um historische Einsatzdaten, aktuelle Verkehrslagen, Wetterbedingungen und verfügbare Ressourcen zu analysieren.

Netzwerkabend von wDRIVE und Women in Mobility

Zum Ausklang des Abends luden das mFUND-Frauennetzwerk wDRIVE und Women in Mobility zu einem gemeinsamen Netzwerkabend ein. Im TorEins Café direkt neben dem Erlebnisraum bot sich allen Teilnehmenden der Veranstaltung die Gelegenheit, sich weiter zu vernetzen und sich über die nachhaltige Mobilität von morgen auszutauschen.