
Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wissenschaft und Praxis zogen am 9. Juli 2026 nach drei Jahren gemeinsamer Entwicklungsarbeit Bilanz und diskutierten, welchen Beitrag Building Information Modeling (BIM), GIS-Daten und offenen Standards für einen schnelleren und effizienteren Glasfaserausbau leisten können.
Dr. Norbert Földi vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) lobte in seinem Grußwort, dass die Arbeit des BIMBreitband-Teams beispielhaft für die Wirkungskraft des mFUND stehe: Ziel des mFUND sei es, neue Ideen, digitale und datenbasierte Ansätze frühzeitig zu unterstützen und in die Anwendung zu bringen. „Genau das ist in diesem Projekt gelungen“, konstatierte Földi. BIMBreitband verbinde digitale Methoden mit den Anforderungen eines effizienten Breitbandausbaus. Es schaffe Transparenz, erleichtere die Abstimmung zwischen allen Beteiligten und stärke offene Standards. Dr. Christian Schlosser (BMV) bewertete anschließend die Projektergebnisse als gute Grundlage für moderne, digital unterstützte Genehmigungsprozesse und plädierte dafür, BIM als Thema noch mehr in die Breite tragen.
Alexandra Mause vom Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung (BMDS) ordnete die Projektergebnisse in einen größeren Kontext ein. Seit rund zehn Jahren unterstütze der Bund den Breitbandausbau – auch mit mFUND-Förderprojekten – mit inzwischen fast 400 Projekten und einem Fördervolumen von rund 21 Milliarden Euro. Gleichzeitig seien die Verfahren komplex: Kommunen sind häufig sowohl Zuwendungsempfänger als auch Genehmigungsbehörden. Umso wichtiger seien daher transparente Zusammenarbeit, standardisierte digitale Prozesse und eine spürbare Entlastung der Verwaltungen. „Digitalisierung ist keine Option mehr, sondern eine zentrale Voraussetzung für den weiteren Ausbau“, resümierte sie.

Diese Ziele spiegeln sich auch in den konkreten Projektergebnissen von BIMBreitband wider
Das Team entwickelte einen BIM-basierten Soll-Prozess für digitale Zustimmungs- und Genehmigungsverfahren, eine Modellierungsrichtlinie für den Breitbandausbau sowie exemplarische Prüfregeln für Planung, Vorprüfung und Genehmigung. Die Konzepte wurden prototypisch in zwei Demonstratoren für Antragstellende und Behörden umgesetzt.
Ein zentrales Ergebnis ist der weiterentwickelte Projekt-Demonstrator, der als Dashboard für digitale Bauanträge dient. Er ermöglicht eine medienbruchfreie und sichere Kommunikation zwischen Antragstellenden und Behörden. Ergänzt wird dieses Dashboard durch einen BIM-Viewer mit automatisierten Modellprüfungen und weiteren Funktionen zur Qualitätssicherung. Der Viewer basiert auf dem in der Baubranche gängigen offenen Datenformat BCF (BIM Collaboration Format) und dient dazu, Probleme, Aufgaben oder Fragen zu einem digitalen Gebäudemodell einfach zwischen verschiedenen Programmen auszutauschen. Damit zeigt das mFUND-Projekt BIMBreitband bereits heute, wie digitale Genehmigungsverfahren künftig in der Praxis funktionieren können.

In der abschließenden Paneldiskussion „Digitale Zustimmungs- und Genehmigungsverfahren im Breitbandausbau – von der Forschung in die Praxis“ mit den Projektpartnern Carsten Pieper (Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV)), Michael Theiler, Dr. Jan Tulke (beiden planen-bauen 4.0 GmbH), Alexander Watolla (STRABAG SE) sowie mit Leyla Afsar (Zentralverband Deutsches Baugewerbe) und Frank Schellenberg (CEC Projekt GmbH) bestand Einigkeit: Die technologischen Grundlagen für BIM-basierte Genehmigungsverfahren seien geschaffen. Nun gelte es, die entwickelten Lösungen gemeinsam mit Kommunen in Pilotprojekten zu erproben und schrittweise in bestehende Verfahren zu integrieren. Gleichzeitig biete die im Projekt entwickelte Methodik Potenzial weit über den Breitbandausbau hinaus und könne künftig auch den Ausbau anderer Infrastrukturen, beispielsweise im Strom-, Wasser- oder perspektivisch auch im Wasserstoffbereich, unterstützen.
Mit diesen Erkenntnissen unterstrich die Abschlussveranstaltung, dass sich der Glasfaserausbau tatsächlich eben nicht erst auf der Baustelle entscheidet. Vielmehr hat das Projekt BIMBreitband gezeigt, dass schnellere Genehmigungsverfahren, digitale Standards und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten den Ausbau schon weit früher beschleunigen könnten. Damit steht BIMBreitband beispielhaft für den Anspruch des mFUND: innovative Ideen in anwendungsreife Lösungen überführen und so die Digitalisierung von Verwaltung und Infrastruktur gleichermaßen voranbringen.

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