Am 18. März 2025 trafen sich über hundert Forscherinnen und Forscher aus ganz Deutschland zum mFUND-Netzwerktreffen in Dresden. Es war bereits das dritte mFUND-Netzwerktreffen, nach Darmstadt im Jahr 2022 und Aachen im darauffolgenden Jahr. Eine Besonderheit der mFUND-Netzwerktreffen: Sie sind eine durch die FuE-Vorhaben, die im Rahmen des mFUND gefördert werden, selbst organisierte Plattform. Hier steht neben dem fachlichen Austausch vor allem das persönliche Kennenlernen und Vernetzen im Vordergrund.
Dresden hatte als Veranstaltungsort dabei fast schon einen symbolischen Charakter: Erst vor einem halben Jahr stürzte hier die inzwischen deutschlandweit bekannte Carolabrücke aufgrund einer wasserstoffinduzierten Spannungsrisskorrosion teilweise ein. Dieser Vorfall verdeutlichte, wie drängend die Herausforderungen in der Infrastruktur sind – und wie wichtig innovative Forschungsansätze, die genau hier ansetzen.
In diesem Kontext präsentierten 15 mFUND-Projekte im kleinen Hörsaal an der TU Dresden ihre neuesten Erkenntnisse, wie Infrastrukturbauten – darunter natürlich auch Brücken – künftig durch Digitalisierung, KI und vorausschauende Instandhaltung sicherer und langlebiger gemacht werden können. Vorangegangen waren zwei Keynotes, unter anderem von Prof. Dr.-Ing. Werner Lienhart (TU Graz), der zum Thema "Monitoring von Infrastrukturbauten im Kontext von Big Data, KI und Internet of Things" sprach. Vertreter des BMDV als auch der sächsischen Landesregierung würdigten den Anlass und den Forschungsdrang mit kurzen Grußworten.
Einen Tag später, am 19. März, eröffnete Bundesminister Volker Wissing in Bautzen die weltweit einmalige Forschungsbrücke „openLAB“ des mFUND-Projekts IDA-KI. Ausgestattet mit mehr als 200 Sensoren, fungiert sie als „künstliches Nervensystem“, das Temperatur, Neigung, Bewegungen und Belastungen der Brücke lückenlos und in Echtzeit überwacht. Diese Daten fließen in einen digitalen Zwilling ein, der es mit KI-Unterstützung ermöglicht, Schäden zu erkennen, bevor sie äußerlich sichtbar werden.
In einer anschließenden Live-Demonstration wurde das Konzept sichtbar: Ein schwerer Schienenwagen simulierte die Verkehrsbelastungen auf der 45 Meter langen Spannbetonbrücke, während gleichzeitig die Sensordaten live ausgewertet wurden. Ein innovativer Schritt für die Infrastruktur der Zukunft – und ein Leuchtturmprojekt für den mFUND.